Die drei Modelle im Überblick
1. Prozent vom Umsatz
Das Standardmodell. Du bekommst einen festen Anteil an jeder Buchung, der Eigentümer zahlt nur, wenn auch er verdient. Das ist in der Nebensaison für ihn angenehm und in der Hochsaison für dich. Der Prozentsatz hängt vom Leistungsumfang ab: Wer nur Anfragen beantwortet und Kalender pflegt, liegt am Markt häufig bei 10 bis 15 Prozent. Wer Reinigung, Wäsche, Übergabe, Schäden und den Anruf um drei Uhr nachts übernimmt, bei 15 bis 25 Prozent. In Lagen mit hohem Reinigungsaufwand oder vielen Kurzaufenthalten auch darüber.
2. Fixpreis pro Wohnung und Monat
Eine feste Pauschale, etwa 250 bis 500 Euro je Wohnung, unabhängig vom Umsatz. Planbar für beide, aber mit einem Haken: Läuft die Wohnung schlecht, zahlt der Eigentümer trotzdem; läuft sie hervorragend, bist du unterbezahlt. Fixpreise passen zu Wohnungen mit stabiler Auslastung und zu Eigentümern, die Kalkulierbarkeit über alles stellen.
3. Mischmodell
Eine niedrige Grundgebühr (zum Beispiel 100 bis 150 Euro je Wohnung) deckt deine Fixkosten, dazu kommt ein kleinerer Prozentsatz (zum Beispiel 10 Prozent) auf den Umsatz. Das Modell nimmt beiden Seiten das größte Risiko ab und ist bei wachsenden Co-Host-Betrieben mit gemischtem Portfolio am verbreitetsten.
Die eigentliche Frage: Worauf beziehen sich die Prozente?
Zwei Co-Hosts mit „20 Prozent" können sehr unterschiedlich verdienen. Was zählt, ist die Bezugsgröße:
- Brutto oder netto? Brutto ist das, was der Gast zahlt; netto ist das, was nach der Plattformgebühr beim Eigentümer ankommt. Üblich und fair ist netto - du solltest nicht an der Airbnb-Gebühr mitverdienen, die der Eigentümer trägt.
- Mit oder ohne Reinigungsgebühr? Die Reinigungsgebühr ist ein Durchlaufposten für die tatsächliche Reinigung. Nimmst du Prozente darauf, verdienst du an einer Kostenposition. Sauberer: Reinigung wird zu tatsächlichen Kosten weitergereicht oder als eigener Posten abgerechnet.
- Nie die Kurtaxe. Die Kurtaxe gehört der Gemeinde. Sie ist weder Umsatz des Eigentümers noch Vergütungsbasis für dich.
Rechenbeispiel
Eine Wohnung macht im Monat 2.400 Euro Buchungsumsatz auf Airbnb (brutto, inklusive 200 Euro Reinigungsgebühren). Nach 3 Prozent Airbnb-Gastgebergebühr bleiben rund 2.328 Euro. Ziehst du die Reinigungsgebühren ab, ist die Vergütungsbasis 2.128 Euro.
- 20 % netto ohne Reinigung: 426 Euro für dich, dazu die Reinigung zu Kosten.
- Fixpreis 350 Euro: in diesem Monat weniger - in einem Monat mit 1.200 Euro Umsatz deutlich mehr als die Prozentvariante.
- Mischmodell 120 Euro + 10 %: 333 Euro - und im schwachen Monat immer noch 240 Euro.
Rechne solche Beispiele für die konkrete Wohnung durch, bevor du ein Angebot machst - mit den echten Zahlen der letzten zwölf Monate, nicht mit der Hochsaison.
Direktbuchungen als Argument
Eine eigene Buchungsseite spart die 15 bis 18 Prozent, die ein Portal nimmt. Dieser Betrag landet beim Eigentümer - und erhöht deine Vergütungsbasis, ohne dass du den Prozentsatz anheben musst. Wer als Co-Host Direktbuchungen für seine Kunden aufbaut, verkauft damit das beste Argument für seinen Anteil.
Was du vertraglich festhalten solltest
- Modell, Prozentsatz beziehungsweise Pauschale und die exakte Bezugsgröße.
- Welche Kosten Durchlaufposten sind (Reinigung, Wäsche, Verbrauchsmaterial) und wie sie belegt werden.
- Abrechnungsrhythmus - üblich ist monatlich, mit Umsatzübersicht als Anlage.
- Ob Buchungen, die während der Vertragslaufzeit eingehen, aber danach anreisen, noch vergütet werden.
- Wie Stornierungen und Erstattungen behandelt werden - Vergütung auf tatsächlich gezahlten Umsatz, nicht auf gebuchten.
Alles Weitere zum Vertrag - Haftung, Vollmachten, Datenschutz - findest du im Ratgeber Co-Host für Ferienwohnungen werden.
So läuft die Abrechnung - ohne fremdes Geld auf deinem Konto
Bei Airbnb kannst du als Co-Host mit entsprechendem Zugriff eine Aufteilung der Auszahlung hinterlegen: Dein Anteil geht direkt auf dein Konto, der Rest an den Eigentümer. Für alle anderen Kanäle und für Direktbuchungen gilt: Das Geld landet beim Eigentümer, und du stellst ihm am Monatsende eine Rechnung - mit 19 Prozent Umsatzsteuer, denn deine Vergütung ist eine Dienstleistung, unabhängig von den 7 Prozent auf die Übernachtung.
Der umgekehrte Weg - du kassierst alles und überweist dem Eigentümer seinen Anteil - ist nicht nur buchhalterisch unsauber, sondern kann dich in die Nähe eines erlaubnispflichtigen Zahlungsdienstes rücken. Der Aufwand einer monatlichen Rechnung ist deutlich kleiner als dieses Risiko.
Wie Oasify hilft
In Oasify ist jeder Eigentümer ein eigener Kundenmandant mit eigenem Stripe-Konto: Direktbuchungen, Upsells und Kurtaxe landen direkt beim Kunden, nie bei dir. In der Standort-Übersicht siehst du den Monatsumsatz jedes Kunden getrennt - die Zahl, die deiner Rechnung als Anlage beiliegt. Reinigungen werden pro Mandant mit Arbeitszeit und Material erfasst, sodass Durchlaufposten belegbar sind. Und weil jeder Kunde seine eigene Buchungsseite bekommt, kannst du das Direktbuchungs-Argument für jeden einzeln einlösen.
Passende Lösung: Oasify für Co-Hosts und Verwalter
Umsatz pro Kunde auf einen Blick, Gästegeld direkt beim Eigentümer? So funktionieren Kundenmandanten in Oasify.